HELLFUCKED
"Gods Of Negativity"
( W.T.C. Productions )

Tracklist:
01. Imagine
02. Ropedance
03. Ich Raste Aus
04. Drowning In A Shape Of The One With Horns
05. Millenial Darkness
06. Mord Und Totschlag
07. Bitchkill
08. Leibstandarte Luzifer
09. Razordemon
10. Hellfucked
11. The Gate Of Nanna (Beherit Cover)

 

 

Gleich mal vorweg: Ich bin kein Befürworter ewiglanger Intropassagen von Tonträgern! Für mich sollte eine Platte vom Anfang bis hin zum Ende aus Klangwerk bestehen. Blackmetal Scheiben sind von Natur aus mit wenigen Stücken vollgepackt, deshalb ist jede einzelne Sekunde sehr wertvoll und wichtig. Und genau deshalb fallen HELLFUCKED schon mal positiv auf.
"Imagine" eröffnet das 2003er Debut Album der Mannen aus Sachsen-Anhalt mit Blackmetal, wie er klingen soll: Roh, intensiv und brutal. Jedoch untypisch für solch eine Band fällt Einem gleich der krasse Gesang in den Hörgängen auf. Krematorienrat F krächzt seine Texte mit hoher Stimmgewalt schrill und laut aus dem Bauch hinaus. Entweder man mag seinen Gesang oder eben nicht. Es gibt dazwischen nichts! Gewöhnungsbedürftig am Anfang, umso mehr Widererkennungswert zum Schluss.
Der zweite Track "Ropedance" ist für mich einer der absoluten Highlights dieser Scheibe. "Fetch the rope now - For the hangman is coming". Dieses Zitat lässt schon erahnen, in welche textliche Richtung hier gearbeitet wird. Die treibenden Drums und die kraftvollen Gitarrenriffs geben diesem Stück noch die gewisse hasserfüllte Stimmung, die einem mit an den Galgen treibt.
Kreischende Weibsstimme, beigefügt mit dem Klang eines Messerschleifers: Willkommen bei "Ich raste aus". Brutale Verstümmelungs- und Todesgedanken zieren hier die lyrischen Aspekte des Tracks.
Man folge mir zu " Drowning In A Shape Of The One With Horns". Schleppendes Schlagwerk mit erdrückenden Riffs heißen uns hier aufs Herzlichste willkommen. Wenn man es so sagen kann hat man hier das langsamste Lied der Platte am Start. Die Stimme wirkt hier deutlich gebräuchlicher für den typischen Blackmetalhörer der Neuzeit. Der Rest ist wie gewohnt stimmig beigesetzt.
"Millenial Darkness" ist für mich der Track, über dem man nicht wirklich viele Worte verlieren muss. Die 4 Minuten zähren an der Bodenständigkeit im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Durchschnittslied. Nicht mehr, auch nicht weniger.
Nun folgen mit "Mord und Totschlag", "Bitchkill" und "Leibstandarte Luzifer" die nächsten 3 Leckerbissen der Platte. Diese Lieder tragen dazu bei, was mich an HELLFUCKED seit geraumer Zeit im Banne hält: Brutale teils groteske Texte, mitreißende musikalische Untermahlung mit einer Stimme, die passender nicht sein könnte. Ich wäre nicht abgeneigt, mich hier mit irgendwelchen Vergleichen zu anderen Bands zu äußern, doch diese Nummern sind einfach einzigartig und erstklassig. Keine Heuchlerei, keine Gnade, einfach miten in die Fresse HELLFUCKED! Natürlich wird hier nichts vorenthalten, ein paar Worte zu deinen einzelnen Tracks (man muss sie sowieso selbst gehört haben, damit man sie versteht oder kapiert, das ist klar): Titel 6: Wie ein bitterböse Märchen, vertont von HELLFUCKED. Track 7: Vorwiegend bestehend aus Samples, roh und natürlich (nicht) frauenfeindlich gehalten! : Track 8: Der Bass treibt die Horde voran. Nach wie vorher treibend und mitreißend.
Mit den abschließenden letzten Stücken des Albums "Razordemon" und "Hellfucked" schließen nun endgültig den Kreis von "Gods Of Negativity". Als Bonustrack findet sich aber noch mit "The Gate Of Nanna" ein Cover Song der finnischen, leider schon aufgelösten Kultband BEHERIT auf Cd wieder und rundet somit das Gesamtpaket ab.
HELLFUCKED haben hier bewiesen, das es noch gute Tonkunst aus Deutschland (die ironischerweise in Deutschland aber am Index steht) gibt. Da diese Aufnahmen schon ein paar Jahre zurück liegen, warte ich schon sehr gespannt auf zukünftige Veröffentlichungen!
In diesem Sinne: We are the Gods of War!

9/10