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Grüß
dich "Sorath". THORNGOTH treiben ja nunmehr schon seit 2003
ihr Unwesen im Musikuniversum. Wie bist du mit der Entwicklung von THORNGOTH
über die Jahre zufrieden?
Ich
grüße dich! Wenn ich daran denke, wie wir damals angefangen
haben, kann man von einer enormen Weiterentwicklung sprechen, die die
letzten Jahre statt gefunden hat. Bei jeder Veröffentlichung bemerkt
man im Vergleich zur vorhergehenden eine stilistische Veränderung,
die man auch beim "Rauhnacht" Nachfolger vorfinden wird.
Wie kam es eigentlich zu der Namensgebung THORNGOTH? Was verbindet ihr
mit dem Namen, wofür steht er?
Unser Sänger "Akhorahil" ist ein Fan von J.R.R. Tolkien's
Werken. Der Name "Thorngoth" entstammt der Eldarsprache (die,
so viel ich weiß, in Tolkien's Büchern von den Elben gesprochen
wird) und bedeutet so viel wie "Der gehörnte Feind".
Diesen Namen wird man aber nirgends in den Büchern finden, da es
sich hierbei um eine Wortneuschöpfung handelt. Die Bedeutung des
Namens steht aber nicht für die Glorifizierung des Gehörnten
sondern vielmehr als Ablehnung aller dogmatischen Religionen.
Du
hast bereits das 2008er Werk "Rauhnacht" erwähnt. Es
bekam ja, was ich so mitbekommen habe, im Großen und Ganzen sehr
gute Kritiken. Wie seid ihr generell mit diesem Album zufrieden (gewesen)?
Wir sind natürlich sehr zufrieden, was die Songs an sich angeht.
Die Produktion hätte etwas besser sein können. Jedoch hatten
wir nicht die entsprechenden Mittel dafür, so dass das Endergebnis
angesichts der damaligen Ausstattung zufrieden stellend ist, vor allem
da der Sound ja ganz gut zur dargebotenen Musik passt. "Rauhnacht"
wurde bereits im Zeitraum August bis Dezember 2007 aufgenommen. So haben
wir etwas Abstand zu dem Songmaterial bekommen und sind immer noch glücklich
damit.
Eurer
Texte sind teilweise sehr "heimatverbunden", man nehme nur
"Schiachperchten" als Beispiel. Was sind eure Inspirationsquellen
zum Schreiben der Texte?
Da kann ich jetzt nur für mich sprechen. Meine Hauptinspirationsquelle
ist die alpenländische Natur in unserer näheren Umgebung,
des Weiteren Musik, die Bilder im Kopf und verschiedene Gemütslagen
hervorruft.
"Akhorahil's Eingebung wird wohl von anderen Dingen beeinflusst
(Gemälde, Literatur).
Bei "Schiachperchten" habe ich die Thematik der Rauhnächte
aufgegriffen und mich zu einer kleinen Geschichte inspirieren lassen
und das alles im oberbayerischen Dialekt verfasst.
Kommen
wir mal zu euren Platten im Allgemeinen zu sprechen. Wenn man den Veröffentlichungszyklus
eurer Alben anschaut (2007 "Thelema Of Destruction", 2008
"Rauhnacht"), dürfte man ja heuer ein neues Album erwarten
können. Gibt es schon irgendwelche Pläne zu einem Release
in diesem Jahr oder war es einfach "purer" Zufall, dass eure
letzten 2 Alben im jährlichen Abstand erschienen sind?
Von Zufall würde ich nicht sprechen. Wir haben bisher stetig an
neuen Songs gearbeitet und mittlerweile stehen auch schon fünf
Songs für den "Rauhnacht" Nachfolger fest. Momentan arbeiten
wir noch an dem restlichen Songmaterial, wobei ich mich in den letzten
Wochen und Monaten mehr darauf konzentriert habe, mein Wissen und Können
im Bereich Tontechnik zu erweitern, damit die Aufnahmequalität
besser wird.
Ich denke, dass der Songwritingprozess in der ersten Jahreshälfte
2009 abgeschlossen werden kann, so dass wir in ein paar Monaten mit
den Aufnahmen beginnen können. Da es aber erfahrungsgemäß
(so war es jedenfalls bisher bei uns) einige Monate dauert, bis ein
Label die CD veröffentlichen kann, ist es fraglich ob das dritte
Album noch 2009 erscheinen kann.
Schließlich waren die Aufnahmen zu "Rauhnacht" Januar
2008 komplett fertig gemischt und gemastert. Es hat jedoch noch bis
Oktober 2008 gedauert, bis die CD endlich veröffentlicht wurde
(was hauptsächlich an dem engen Releaseplan von Folter Records
lag).
Du
kommst ja so wie "Nephesus" von LOST LIFE aus Bald Tölz.
Nach meinem Wissen nach unterstützt du ihn bei Liveauftritten mit
seinem Projekt. Ist der freundschaftliche Aspekt der ausschlaggebende
Punkt für den Support oder gibt es da noch andere Gründe?
Ich bin schon seit 2004 Live-Gitarrist bei LOST LIFE. Es ist nun mal
so, dass es in unserer Gegend sehr wenige Musiker gibt, die den Stil
spielen und auch von anderen Kriterien zu einer Black Metal Band passen.
2004 stieg der bisherige Live-Gitarrist aus und ich bat "Nephesus"
an, bei Live-Gigs auszuhelfen.
Da ich aber auch "privat" recht viel mit "Nephesus"
zu tun habe, kann man sagen, dass sowohl die Freundschaft als auch die
Musik an sich die Gründe für den Einstieg bei LOST LIFE waren.
LOST
LIFE ist ja musikalisch gesehen das reine Gegenteil zu THORNGOTH (sehr
melancholisch, teils depressiv
). Hörst du dir privat solche
Musik an?
Die Musik von LOST LIFE ist definitiv anders als die von THORNGOTH.
Von einem reinen Gegenteil zu sprechen ist jedoch etwas übertrieben,
finde ich. THORNGOTH 's Musik kann man sehr wohl auch als melancholisch
bezeichnen, wobei bei der Schwerpunkt nicht nur hierbei liegt.
Ich höre mir jedoch sehr gerne solche Musik an. Ich bin z.B. von
SHINING's "Halmstad" Album sehr angetan und habe auch SILENCER's
"Death, Pierce me" längere Zeit gehört. Fixiert
darauf bin ich nicht. Ich höre hauptsächlich urtypisch schwedischen
Black Metal wie er von BLOT MINE oder WATAIN gespielt wird. Sehr beeindruckende
Werke haben zudem WOLVES IN THE THRONE ROOM und WEAKLING abgeliefert,
um ein paar Vertreter des USBM zu nennen.
Der
"Hype" für depressiven Black Metal ist ja derzeit angesagter
den je. Es gibt immer mehr Musiker, die quasi aus dem Nichts auftauchen
und sich genau in diesem Genre versuchen zu etablieren. Kannst du dir
das erklären, woran liegt das deiner Meinung nach?
Es
heißt ja, dass die Depression mit eine der am weitesten verbreiteten
Wohlstandskrankheiten ist. Ich denke, dass sich einige mit diesem Subgenre
des Black Metal ein Ventil verschaffen wollen um ihre suizidalen Gedanken
loszuwerden. Andere wiederum wollen wohl nur Aufmerksamkeit erregen.
Je mehr belanglose Musik in diesem Subgenre veröffentlicht wird,
desto uninteressanter wird es für mich. Vor allem, da viele dieser
neuen DSBM Bands nur monotones Gewinsel auf ihre Tonträger bannen.
Genregrößen wie FORGOTTEN TOMB, SHINING usw. höre ich
mir trotzdem weiterhin gerne an.
Der
Winter ist ja so gut wie vorbei, die Tage werden länger und vor
allem wärmer. Die Festivalsaison steht vor der Tür. Wo wird
man heuer die Möglichkeit haben, THORNGOTH live zu erleben?
Bisher
steht nur der Gig beim "Under the Black Sun" Festival nähe
Berlin fest. Es bleibt abzuwarten, wo wir dieses Jahr noch überall
auftreten werden. Das hängt hauptsächlich davon ab, wie viele
Angebote wir bekommen. Konzertveranstalter können gerne mit uns
Kontakt aufnehmen.
Da wir uns die nächsten Monate eher auf die Arbeit an dem "Rauhnacht"
Nachfolger konzentrieren wollen, werden wir uns erst nach getaner Arbeit
selbst um Auftrittsmöglichkeiten bemühen.
Wenn
ihr dann nicht grad selbst auf der Bühne steht, geht ihr auch gern
privat auf Konzerte, Festivals oder Veranstaltungen oder genügen
euch die eigenen Auftritte?
Das
ist von Bandmitglied zu Bandmitglied ziemlich unterschiedlich. Ich persönlich
besuche nur Konzerte, die mich wirklich interessieren (das sind vielleicht
2-3 im Jahr). Auf's Party San Festival fahre ich seit 2005 auch jedes
Jahr, wobei das eigentlich unabhängig davon ist, welche Bands dort
spielen.
Unser neuer Live-Gitarrist "Winland" dagegen fährt fast
jedes Wochenende zu irgendeinem Konzert oder Festival. wenn sich die
Möglichkeit bietet.
"Corpse" (Bass) und "Grond" (Drums) gehen in etwa
ebenso oft zu Konzerten wie ich. "Akhorahil" (Vocals) ist
noch zurückhaltender, was das angeht.
Verbringt
ihr eigentlich auch privat sehr viel Zeit miteinander oder seit ihr
mal froh, wenn ihr eure Ruhe habt und mal "allein" bei Frau
und Familie sein könnt?
Sehr
viel Zeit nicht, aber doch relativ viel. Das ist von unseren Arbeitszeiten
und sonstigen Verpflichtungen abhängig. Nach der Bandprobe (die
eigentlich immer am Wochenende statt findet) gehen wir oft in der Stammkneipe
was trinken. So gesehen sehen wir uns einmal in der Woche, mal mehr
oder weniger.
Man trifft sich ab und zu auch so mal aus privaten Gründen. Jedenfalls
haben wir genügend Abstand voneinander, um uns nicht auf die Nerven
zu gehen.
Hast
du kurz vor dem Ende unsere Unterhaltung noch ein paar musikalische
Empfehlungen an unsere Leser, welche Platten man sich unbedingt anhören
(und anschaffen) sollte?
Was
meiner Meinung nach empfehlenswert ist:
BETHLEHEM - Dictius te necare
BLOT MINE - Ashcloud
DARKSPACE - II
ISIS - Panopticon (um mal ein BM-fremdes Album zu nennen)
KATATONIA - Brave Murder Day
LUNAR AURORA - Zyklus
NEHEMAH - Light of a dead star
OBITUS - March of the drones (ist noch nicht erschienen, man kann aber
die meisten Songs über deren Myspace Seite anhören)
ONDSKAPT - Beider bisher erschienenen Alben
OPETH - Black Water Park
SHINING - Halmstad
TAAKE - Nattestid ser porten
WATAIN - Caesus Luciferi
WEAKLING - Dead as Dreams
WOLVES IN THE THRONE ROOM - Two Hunters
So, das waren jetzt mehr als ein paar. aber die Scheiben kann ich alle
absolut empfehlen.
Dann
bleibt mir nichts mehr anderes übrig, als mich bei dir für
dieses interessante Interview zu bedanken. Viel Glück weiterhin
mit THORNGOTH! Die letzten Worte gehören natürlich dir!
Ich
bedanke mich auch für das Interview und wünsche dir, dass
deine nächsten Interviews weniger durch Kommunikationsschwierigkeiten
gestört werden, wie diese hier.
Wie
wahr, wie wahr
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