ROMBOLÒ
geführt mit "Ördögvér"
- Donnerstag, 06.11.2008

http://www.myspace.com/lugubriousugrianart

Grüß dich Ördögvér. Schön dass du die Zeit gefunden hast für dieses Interview. Wie spielt dir das Leben, so knapp nach dem Release von "Köd" ?
Hailz! Nun, ich freue mich dass das Album endlich draußen ist nach all den Schwierigkeiten. War eine etwas schwierige Geburt. Ansonsten hab ich genug um die Ohren momentan.

Ich hörte von anfänglichen, diversen Computerproblemen rund um die Veröffentlichung. Was kannst du mir genau dazu erzählen?
Die Version von "Köd" die jetzt erhältlich ist, ist tatsächlich die 2. Aufnahme. Die erste Aufnahme war im Sommer 2006 bereits fertig, Instrumente waren komplett eingespielt, ich war am abmischen als sich die Festplatte verabschiedet hat. Zum Glück hatte ich wenigstens die Schlagwerk-Aufnahmen gesichert. Es war aber ein ordentlicher Rückschlag, kurz vor der Fertigstellung neu anfangen zu müssen, aber anderseits bin ich mit der 2. Version auch zufriedener, als mit der Ursprünglichen. Habe die Songs um viele Details erweitert während der Zweitaufnahme.

Welche Gedanken spiegeln sich in "Köd" wieder? Welche Ideen hast du verfolgt beim Schreiben deiner Lyrics?
"Köd" umfasst verschiedene Themengebiete, da es ursprünglich als erstes und auch letztes Romboló Album geplant war. Lyrisch ist es sehr persönlich gehalten, meine Wurzeln, Gedankengänge und Träume sind unter anderem erhalten. Die Hauptidee hinter dem Album ist aber sicherlich die dunkle, mystische Seite der Welt, die verborgenen Gedanken und Szenen, die mir persönlich fehlen bei anderen Bands.

Beim erstmaligen Hören des Albums fielen mir gleich die teils rockigen Passagen ins Ohr. Hast du es bewusst darauf angelegt, dieser Black Metal Scheibe einen "groovigeren" Touch zu verleihen?
Nein, eigentlich nicht, den Groove hat das Album mehr dem damaligen Session-Drummer und meinem guten Freund Blitzgreek zu verdanken, der den Songs noch einen ordentlichen Arschtritt gegeben hat. Er hat die Schlagzeug spuren etwas vereinfacht, ich bin im Nachhinein aber froh darüber, so fällt das Album nicht zu deftig aus. Auf der anderen Seite finde ich es sehr wichtig, dass eine Metal Scheibe einen gewissen Groove hat, aber bei "Köd" hab ich es eigentlich nicht drauf angelegt. Das nächste Album wird wesentlich rockiger ausfallen.

Somit kommen wir schon zur nächsten Frage: Wie sieht es mit neuem Klangmaterial aus? Gibt es schon den ein oder anderen Song oder möchtest du die nächste Runde etwas ruhiger angehen?
Ich will keine Zeit verschwändet. Die Kompositionen sind so gut wie abgeschlossen, 3-4 Songs müssen noch abgeschlossen werden. Habe außerdem Sargon angeheuert, ein ausgezeichneter Drummer, der dieses Werk eintrommeln wird. Schlagzeugaufnahmen sind für Anfang Herbst geplant. Ich würde sagen das neue Album könnte in einem Jahr etwa erhältlich sein.

Als Veröffentlichungsplattform für "Köd" galt das neue Wiener Label Division Nordwolf. Wie kam es zur Zusammenarbeit?
Soweit ich mich richtig erinnere kam ich durch Obskene Sonare zu Division Nordwolf. Akanoth veröffentlichte damals über Nordwolf, und es schien für mich nach der Pleite von Black Edge als die günstigste Alternative, da ich auch nach Wien umgezogen bin. Zwar nahm Nordwolf die Veröffentlichung auf die leichte Schulter, das Album hätte vor einem halben Jahr schon erscheinen können, aber ich bin trotzdem froh über die Entscheidung, schließlich trink ich mit den Jungs vom Label mal die ein oder andere Kiste Bier, und das ist das was zählt im Metal, nicht die Kohle oder sonstiger materieller Dünnschiss.

Was haltest du von der derzeitigen Musiklage, speziell im Black Metal Bereich? Musikalische Ausbeutung oder kreatives Scheitern?
Ich muss ehrlich sagen ich kümmere mich einen Scheiß darum was passiert im Black Metal rundum mich. Die meisten sind eher unkreativ, dieselbe Scheiße wird seit Jahren durchgerührt oder noch schlimmer mit anderen Stilen aus dem Metal Bereich gepantscht und die dampfende Scheiße noch mal umgerührt. Die wenigen besonderen Bands werden meist auch verkannt, die Fans da draußen sind oft sehr engstirnig, neue Sachen werden ungern wahrgenommen. Für mich persönliche ist Metal an sich schon sehr ausgebeutet, entdecke nur noch selten Bands die mich ansprechen. Wenn dann sind es meist Underground Bands. Bekanntere Bands reiten nur noch dem Geld, der Erfolg oder den Teenies nach, wirklich gute Sache kommen von den großen Bands sehr selten. Die Suche nach kleinen Bands lohnt sich, wenn man der Meinung ist, man hätte schon alles gehört was der Heavy Metal zu bieten hat. Besonderer Tipp ist das neue Album der österreichischen Schwarzstahlhorde Iseghaal!

Wie sieht es eigentlich mit Attacken vor anwesendem Publikum aus? Sind in diesem Jahr schon irgendwelche Konzerte geplant?
Romboló Konzerte wird es geben, wir werden Bars und Bühnen in Schutt und Asche legen, aber die Zeit ist noch nicht reif. Ich bin langsam auf der Suche nach fähigen Live-Musikern. 2008 wird es eher keine Romboló Konzerte geben.

Wird man dich dann auf verschiedenen Festivals oder Konzerten diverser Bands treffen können oder haltest du dich eher bedeckt in den eigenen 4 Wänden auf?
Zeitlich bin ich recht eingeschränkt, bin normalerweise nur auf den eigenen Konzerten (Tyrants, Selbstentleibung). Manchmal treibe ich mich auf Underground-Konzerten herum, große Bands schaue ich mir eigentlich nur noch sehr selten an. Festivals? Kaltenbach Open Air heuer, sonst nichts.

Nun gut, das war es dann auch schon wieder. Ich danke dir Ördögvér für das interessante Interview und deine investierte Zeit und wünsche Romboló noch alles Gute für die Zukunft. Wie gewohnt, die letzten Worte gehören dir!
Romboló erkennt Kosovo nicht als eigenes Land an! Heil Satan!