MOUNTAIN KING
geführt mit "Satorius"
- Mittwoch, 26.11.2008

http://www.myspace.com/mountainkingch

Zum Gruß Satorius, wie ist das Befinden zurzeit?
Danke, mir geht es blendend und ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft von MOUNTAIN KING betrifft.


MOUNTAIN KING hat seit dem letzten Gespräch doch einige Neuigkeiten für uns?

Das stimmt. Für das Nachfolgealbum von "Gotos-Antichristus" bekomme ich regelmäßig Anfragen von größeren Labels, die das Potential, das in MK steckt, erkannt haben. Ich werde allerdings nicht voreilig irgendwo unterschreiben, da dies mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Außerdem bin ich nicht bereit, irgendwelche Kompromisse einzugehen, was das Konzept, Image oder die Texte betrifft. Ich lasse mich nämlich nicht zum Spielball von Idioten in Zweireihern machen, die keine Ahnung von Black Metal haben.

Genauer bezieht sich diese Frage auf deinen Gast Drummer und die neue Scheibe an der du gerade arbeitest, was kann man zum Jetzigen Zeitpunkt schon sagen?
Nun, mit Sangius, dem Schlagzeuger der deutschen Band URLOG, bin ich als Sessiondrummer mehr als zufrieden. Ich hätte gerne schon auf dem Debütalbum mit ihm zusammengearbeitet. Durch seinen Input klingen die neuen Songs lebendiger und wuchtiger. Die mit "Gotos-Antichristus" eingeschlagene Richtung wird selbstverständlich beibehalten und weitergeführt. Einige der neuen Songs sind etwas schneller und brutaler. Das neue Album wird aber insgesamt noch abwechslungsreicher und gnadenloser sein, das kann ich jetzt schon versprechen. Wem das Debüt gefallen hat, der wird das neue Album lieben!

Du nimmst eine Coverversion des CELTIC FROST Klassikers "Dethroned Emperor" auf. Und "Tom G. Warrior" (HELLHAMMER) wird dazu den Gesang übernehmen, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Nun, ich kenne Tom G. Warrior bereits seit 1983, also seit den seligen Zeiten von HELLHAMMER. Meine Schwester Lilith war damals die Freundin von Martin Ain. Wir haben uns dann Anfang 1984 verkracht wegen einigen - im Nachhinein betrachtet - lächerlichen Banalitäten. Lilith und ich stellten die Armbänder mit den umgedrehten Kreuzen her, außerdem übten wir einen relativ großen Einfluss auf das Konzept von HELLHAMMER aus. Denn wir waren schon damals überzeugte Satanisten und haben den Jungs unzählige Bücher und Schriften zum philosophischen Studium überlassen. Vor einigen Monaten hat mich Tom dann ziemlich überraschend kontaktiert, da er "Only Death Is Real", eine Biographie über HELLHAMMER, geschrieben hatte. Und ein Kapitel ("Lilith and Baphomet") handelt über meine Schwester und mich. Das ist natürlich eine große Ehre für mich. Über den Inhalt verrate ich natürlich nichts, denn ich genieße das Vertrauen von Tom und musste ihm versprechen, dass ich das Leseexemplar nicht weitergeben werde. Und daran halte ich mich. Nur soviel sei gesagt: "Lilith and Baphomet" wird vermutlich viele Leute schockieren und vor den Kopf stossen! Nun, seitdem verbindet mich mit Tom eine enge Freundschaft und wir haben beide sehr großen Respekt voreinander. Ich war echt erstaunt, wie bodenständig Tom geblieben ist. Tom ist eine echte Legende und Kultfigur, ohne die es den heutigen BM niemals in dieser Form geben würde. Tom macht auch heute noch aus tiefster Überzeugung Black Metal. Außerdem ist er ein Vollblutmusiker und Profi, wie ich bisher nur wenige getroffen habe.

Lass uns über deine Musikalische Vergangenheit sprechen, genauer über die Band AMON in der du als Bassist tätig warst. AMON hatte damals große Erfolge verbuchen können, aus welchem Grund wurde die Band damals aufgelöst und trauerst du dieser Zeit nach oder schwelgst du gerne in Nostalgie?
Also so erfolgreich waren wir mit AMON gar nicht. Wir hätten ja viel weiter kommen können, wenn einige Bandmitglieder eine etwas professionellere Einstellung an den Tag gelegt hätten. So hatten wir damals das Angebot, mit SAMAEL eine Europatour mit über 40 Konzerten zu machen. Leider mussten wir das absagen, weil zwei Leute ums Verrecken keinen unbezahlten Urlaub nehmen wollten, um diese einmalige Chance zu nutzen. Das hat mich natürlich völlig angepisst und ich war echt sauer deswegen. Letztendlich führte das dann auch zu meinem Ausstieg. Meine Gefühle und Erinnerungen über diese Zeit sind deshalb doch ziemlich zwiespältig, da ich halt auch negative Erfahrungen mit unprofessionellen Idioten damit verbinde. Ich schwelge aber zum Glück sehr selten in Nostalgie. Das entspricht einfach nicht meinem Naturell, da ich viel lieber in die Zukunft blicke. Außerdem glaube ich auch nicht, dass früher alles besser war.

Neben MOUNTAIN KING leitest du den Schwarzen Orden Luzifers, in wieweit verbindest du Musik und Satanismus und welchen Einfluss hat dieser bei MOUNTAIN KING?
MOUNTAIN KING ist eine durch und durch satanistische BM-Band. Das wird auf dem nächsten Album mit dem Arbeitstitel "Gotos Bloodbath" noch deutlicher zum Tragen kommen. Ich werde nämlich einige authentische Rituale und Beschwörungen des Schwarzen Ordens von Luzifer als Intros oder Zwischenteile einbauen. MOUNTAIN KING ist ohne meinen satanistischen Hintergrund völlig undenkbar und unterscheidet sich grundlegend von jeder anderen Band.

Anfang des nächsten Jahres also 2009 werden die beiden ersten Demos von HELVETE (Total Armageddon 1994 und Macht ist Recht 1996) auf Bergstolz als CD veröffentlicht. HELVETE war deine Vorgänger Band bevor du MOUNTAIN KING ins Leben gerufen hast, wie wichtig ist es dir, dass diese zwei Demos nochmals re-released werden?
Mir persönlich ist der Re-Release dieser Demos eigentlich gar nicht so wichtig. Als Zeitdokument hat die Veröffentlichung trotzdem seine Berechtigung. Soundtechnisch kann ich leider nicht mehr viel verbessern. Gerade den grottigen Drumcomputer hätte ich gerne etwas überarbeitet.

Darüber hinaus ist es geplant das dein Album "Gotos-Antichristus" als LP veröffentlicht wird, gibt es dazu Bonus Songs oder ein anderes Artwork oder gibt es keine Differenz zum CD Format?
Über diese Veröffentlichung bin ich natürlich echt erfreut, da das Cover-Artwork in diesem Format viel besser zur Geltung kommen wird. Als Bonustracks kommen zwei unveröffentlichte alternative Versionen von "Germania" und "Gotos-Antichristus" mit drauf, beide mit einer genialen Gastängerin.

Du warst schon in den 80er Jahren im Metal Bereich aktiv, was hat sich zum Vergleich von damals auf heute verbessert oder umgekehrt verschlechtert?
Nun, eigentlich gab es schon damals sehr wenig Zusammenhalt in der Szene. Und auch untalentierte Bands gab es zuhauf. Viele ältere Black Metaller glauben ja, dass früher alles besser war. Diese Meinung kann ich nicht teilen. Denn wie bereits gesagt, bin ich kein Nostalgiker. Ich bin von einem tiefen Glauben an das Schicksal durchdrungen. Meine erste Band DER FÜHRER war der Zeit bestimmt viele Jahre voraus. Doch leider hat es nicht sein sollen, denn der Drummer Gilbert Maurer verstarb 1991 und der Gitarrist endete in der geschlossenen Anstalt. Wir wären bestimmt als Wegbereiter und Vorreiter des NSBM in die Geschichte eingegangen! Die einzige Demoaufnahme von 1990 wurde leider ein Raub der Flammen, als Gilbert den Proberaum abfackelte!!

Satorius, ich bedanke mich dass du dir wieder einmal Zeit genommen hast für ein Zwiegespräch, gibt es noch irgendwelche Neuigkeiten die mir nicht bekannt waren oder die ich gar vergessen haben sollte?
Nein, mehr gibt es im Moment nicht zu sagen. Ich danke dir ebenfalls, dass ich dieses Interview mit dir machen konnte.