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Zum
Gruß Satorius, wie ist das Befinden zurzeit?
Danke,
mir geht es blendend und ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft
von MOUNTAIN KING betrifft.
MOUNTAIN KING hat seit dem letzten Gespräch doch einige Neuigkeiten
für uns?
Das stimmt. Für das Nachfolgealbum von "Gotos-Antichristus"
bekomme ich regelmäßig Anfragen von größeren Labels,
die das Potential, das in MK steckt, erkannt haben. Ich werde allerdings
nicht voreilig irgendwo unterschreiben, da dies mit einem gewissen Risiko
verbunden ist. Außerdem bin ich nicht bereit, irgendwelche Kompromisse
einzugehen, was das Konzept, Image oder die Texte betrifft. Ich lasse
mich nämlich nicht zum Spielball von Idioten in Zweireihern machen,
die keine Ahnung von Black Metal haben.
Genauer
bezieht sich diese Frage auf deinen Gast Drummer und die neue Scheibe
an der du gerade arbeitest, was kann man zum Jetzigen Zeitpunkt schon
sagen?
Nun, mit Sangius, dem Schlagzeuger der deutschen Band URLOG, bin ich
als Sessiondrummer mehr als zufrieden. Ich hätte gerne schon auf
dem Debütalbum mit ihm zusammengearbeitet. Durch seinen Input klingen
die neuen Songs lebendiger und wuchtiger. Die mit "Gotos-Antichristus"
eingeschlagene Richtung wird selbstverständlich beibehalten und
weitergeführt. Einige der neuen Songs sind etwas schneller und
brutaler. Das neue Album wird aber insgesamt noch abwechslungsreicher
und gnadenloser sein, das kann ich jetzt schon versprechen. Wem das
Debüt gefallen hat, der wird das neue Album lieben!
Du
nimmst eine Coverversion des CELTIC FROST Klassikers "Dethroned
Emperor" auf. Und "Tom G. Warrior" (HELLHAMMER) wird
dazu den Gesang übernehmen, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Nun, ich kenne Tom G. Warrior bereits seit 1983, also seit
den seligen Zeiten von HELLHAMMER. Meine Schwester Lilith war damals
die Freundin von Martin Ain. Wir haben uns dann Anfang 1984 verkracht
wegen einigen - im Nachhinein betrachtet - lächerlichen Banalitäten.
Lilith und ich stellten die Armbänder mit den umgedrehten Kreuzen
her, außerdem übten wir einen relativ großen Einfluss
auf das Konzept von HELLHAMMER aus. Denn wir waren schon damals überzeugte
Satanisten und haben den Jungs unzählige Bücher und Schriften
zum philosophischen Studium überlassen. Vor einigen Monaten hat
mich Tom dann ziemlich überraschend kontaktiert, da er "Only
Death Is Real", eine Biographie über HELLHAMMER, geschrieben
hatte. Und ein Kapitel ("Lilith and Baphomet") handelt über
meine Schwester und mich. Das ist natürlich eine große Ehre
für mich. Über den Inhalt verrate ich natürlich nichts,
denn ich genieße das Vertrauen von Tom und musste ihm versprechen,
dass ich das Leseexemplar nicht weitergeben werde. Und daran halte ich
mich. Nur soviel sei gesagt: "Lilith and Baphomet" wird vermutlich
viele Leute schockieren und vor den Kopf stossen! Nun, seitdem verbindet
mich mit Tom eine enge Freundschaft und wir haben beide sehr großen
Respekt voreinander. Ich war echt erstaunt, wie bodenständig Tom
geblieben ist. Tom ist eine echte Legende und Kultfigur, ohne die es
den heutigen BM niemals in dieser Form geben würde. Tom macht auch
heute noch aus tiefster Überzeugung Black Metal. Außerdem
ist er ein Vollblutmusiker und Profi, wie ich bisher nur wenige getroffen
habe.
Lass
uns über deine Musikalische Vergangenheit sprechen, genauer über
die Band AMON in der du als Bassist tätig warst. AMON hatte damals
große Erfolge verbuchen können, aus welchem Grund wurde die
Band damals aufgelöst und trauerst du dieser Zeit nach oder schwelgst
du gerne in Nostalgie?
Also so erfolgreich waren wir mit AMON gar nicht. Wir hätten ja
viel weiter kommen können, wenn einige Bandmitglieder eine etwas
professionellere Einstellung an den Tag gelegt hätten. So hatten
wir damals das Angebot, mit SAMAEL eine Europatour mit über 40
Konzerten zu machen. Leider mussten wir das absagen, weil zwei Leute
ums Verrecken keinen unbezahlten Urlaub nehmen wollten, um diese einmalige
Chance zu nutzen. Das hat mich natürlich völlig angepisst
und ich war echt sauer deswegen. Letztendlich führte das dann auch
zu meinem Ausstieg. Meine Gefühle und Erinnerungen über diese
Zeit sind deshalb doch ziemlich zwiespältig, da ich halt auch negative
Erfahrungen mit unprofessionellen Idioten damit verbinde. Ich schwelge
aber zum Glück sehr selten in Nostalgie. Das entspricht einfach
nicht meinem Naturell, da ich viel lieber in die Zukunft blicke. Außerdem
glaube ich auch nicht, dass früher alles besser war.
Neben
MOUNTAIN KING leitest du den Schwarzen Orden Luzifers, in wieweit verbindest
du Musik und Satanismus und welchen Einfluss hat dieser bei MOUNTAIN
KING?
MOUNTAIN KING ist eine durch und durch satanistische BM-Band. Das wird
auf dem nächsten Album mit dem Arbeitstitel "Gotos Bloodbath"
noch deutlicher zum Tragen kommen. Ich werde nämlich einige authentische
Rituale und Beschwörungen des Schwarzen Ordens von Luzifer als
Intros oder Zwischenteile einbauen. MOUNTAIN KING ist ohne meinen satanistischen
Hintergrund völlig undenkbar und unterscheidet sich grundlegend
von jeder anderen Band.
Anfang
des nächsten Jahres also 2009 werden die beiden ersten Demos von
HELVETE (Total Armageddon 1994 und Macht ist Recht 1996) auf Bergstolz
als CD veröffentlicht. HELVETE war deine Vorgänger Band bevor
du MOUNTAIN KING ins Leben gerufen hast, wie wichtig ist es dir, dass
diese zwei Demos nochmals re-released werden?
Mir persönlich ist der Re-Release dieser Demos eigentlich gar nicht
so wichtig. Als Zeitdokument hat die Veröffentlichung trotzdem
seine Berechtigung. Soundtechnisch kann ich leider nicht mehr viel verbessern.
Gerade den grottigen Drumcomputer hätte ich gerne etwas überarbeitet.
Darüber
hinaus ist es geplant das dein Album "Gotos-Antichristus"
als LP veröffentlicht wird, gibt es dazu Bonus Songs oder ein anderes
Artwork oder gibt es keine Differenz zum CD Format?
Über
diese Veröffentlichung bin ich natürlich echt erfreut, da
das Cover-Artwork in diesem Format viel besser zur Geltung kommen wird.
Als Bonustracks kommen zwei unveröffentlichte alternative Versionen
von "Germania" und "Gotos-Antichristus" mit drauf,
beide mit einer genialen Gastängerin.
Du
warst schon in den 80er Jahren im Metal Bereich aktiv, was hat sich
zum Vergleich von damals auf heute verbessert oder umgekehrt verschlechtert?
Nun,
eigentlich gab es schon damals sehr wenig Zusammenhalt in der Szene.
Und auch untalentierte Bands gab es zuhauf. Viele ältere Black
Metaller glauben ja, dass früher alles besser war. Diese Meinung
kann ich nicht teilen. Denn wie bereits gesagt, bin ich kein Nostalgiker.
Ich bin von einem tiefen Glauben an das Schicksal durchdrungen. Meine
erste Band DER FÜHRER war der Zeit bestimmt viele Jahre voraus.
Doch leider hat es nicht sein sollen, denn der Drummer Gilbert Maurer
verstarb 1991 und der Gitarrist endete in der geschlossenen Anstalt.
Wir wären bestimmt als Wegbereiter und Vorreiter des NSBM in die
Geschichte eingegangen! Die einzige Demoaufnahme von 1990 wurde leider
ein Raub der Flammen, als Gilbert den Proberaum abfackelte!!
Satorius,
ich bedanke mich dass du dir wieder einmal Zeit genommen hast für
ein Zwiegespräch, gibt es noch irgendwelche Neuigkeiten die mir
nicht bekannt waren oder die ich gar vergessen haben sollte?
Nein,
mehr gibt es im Moment nicht zu sagen. Ich danke dir ebenfalls, dass
ich dieses Interview mit dir machen konnte.
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