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An
diesem frühen Morgen darf ich recht herzlich "Bavragor"
und "Nosophoros" von der deutschen Formation BALNASAR zu eurem
ersten (aber bestimmt nicht letzten) Interview bei mir begrüßen.
2007 war euer Gründungsjahr, bitte stellt euch mal kurz unserer
Lesergemeinde vor!
Moin.
Wie du schon sagst haben wir uns 2007 dazu entschlossen BALNASAR als
Nebenprojekt zu gründen. Seit der Trennung unserer "Hauptband"
FINAL AGONY ist aus BALNASAR aber eine feste Formation geworden.
Gibt es dennoch Nebenprojekte, in denen ihr derzeit aktiv seid?
Wir beiden haben noch eine weitere Band namens RABENSTURM welche sich
erst kürzlich zusammengefunden hat und inzwischen aus 5 Musikern
besteht. Das ganze soll dem allgemeinen Black Metal etwas näher
kommen, da wir nun auf Keyboards und dergleichen verzichten. Darüber
hinaus hat "Nosophoros" noch ein paar Soloprojekte welche
sich ebenfalls mit dem Black Metal beschäftigen, aber jeweils wieder
andere Stilmittel verwenden.
Wie
kam man auf die Idee, die Band auf den Namen BALNASAR zu taufen? Was
waren die grundlegenden Dinge, die euch dazu bewegt haben, diesem Namen
zu wählen?
BALNASAR hat keine grundlegende Bedeutung. Wir suchten einen Namen,
bei dem man nicht gleich von der Bedeutung des Wortes auf die Musik
schließt. Das Wort "Balnasar" entsprang dann unserer
Fantasie und erfüllt eben nur den Zweck unseres Namens.
Kommen
wir mal auf euer Debüt zu sprechen. Im Juni dieses Jahres kam euer
erster Longplayer "Ein kalter Nachgedanke" über Schwaerze
Productions auf den Markt. Wie seid ihr selbst mit dem ganzen Album
zufrieden?
Wir sind beide sehr zufrieden mit dem Album und finden es
gerade für ein Debüt sehr gelungen. Natürlich gibt es
nach so einer Veröffentlichung immer ein paar Kleinigkeiten, wo
man sich denkt, dass man es besser hätte machen können.
Dieses Problem wird so ziemlich jeder Musiker haben. Das vorwiegend
positive Feedback, welches wir für das Album bekommen haben, zeigt
uns aber, dass wir soweit alles richtig gemacht haben.
Legt
ihr wert auf diverse Reviews von renommierten Magazinen oder ist euch
gänzlich egal, was über euer Album geschrieben wird und nur
ihr allein mit dem Endprodukt zufrieden sein könnt?
Natürlich ist es interessant zu hören, wie die eigene Musik
bei anderen ankommt. Und es ist uns durchaus wichtig viele Meinungen
zu hören, denn nur so kann man sich verbessern.
Wenn man ständig die eigene Musik bearbeitet, fehlt einem dann
oft auch das Gehör um diverse Fehler rauszuhören, die jemand
erkennt, der völlig unbelastet an die Musik heran geht.
Die Reviews zu unserem Album sind bisher auch absolut unterschiedlich
ausgefallen. von 2/10 punkten bis 9/10 haben wir alles dabei.
Kritik lesen wir natürlich gerne, aber auch nur so lange diese
rein musikalisch oder auf das Album bezogen ist. Anhören mussten
wir uns auch schon, dass unser Album eine Frechheit sei und ob wir uns
überhaupt Gedanken gemacht haben, was wir da eigentlich veröffentlichen.
Aber Musik ist bekanntlich Geschmackssache und man kann und vor allem
will es auch nicht jedem recht machen.
Die Reviews zeigen uns woran wir arbeiten können, bzw. was schon
ganz gut ist, aber in erster Linie muss es uns natürlich gefallen.
Schwaerze
Productions ist ja noch auch ein sehr "junges" Label, um es
mal so zu bezeichnen. Was sprach für euch, eurer Platte dort zu
veröffentlichen und nicht bei irgendeinem anderen Label?
Die Zusammenarbeit mit dem Label ging von Robert, dem Chef von Schwaerze
Productions, aus. Da ihm unsere Musik gefiel fragte er uns ganz unverbindlich,
ob wir nicht etwas bei seinem gerade erst neu gegründeten Label
veröffentlichen möchten. Da wir zu der Zeit sowieso mit dem
Gedanken gespielt haben uns ein Label zu suchen und wir auch persönlich
mit ihm zurechtkamen, war die Sache schnell geklärt.
Die
Frage ist vielleicht ein wenig zu früh, aber wie sieht es jetzt
bereits mit neuem Material aus? Gibt es vielleicht schon konkrete Infos
oder sogar mehr?
In naher Zukunft ist eine Split mit der Band TOTENSANG geplant, auf
der jede Band ca. 30min Spielzeit haben wird. Geplant ist die Veröffentlichung
im kommenden Winter oder Frühjahr.
Das Material dafür ist bereits fast fertig, darum arbeiten wir
schon an neuen Stücken für ein zweites Album. Das Konzept
dazu steht eigentlich auch schon.
Ansonsten haben wir im Moment viele Ideen und Vorstellungen wie es weitergehen
kann mit BALNASAR. An neuem Material wird es also erstmal nicht mangeln.
"Bavragor",
du bist ja für die Lyrics von BALNASAR verantwortlich. Woher nimmst
du deine Inspiration zum Schreiben der Texte?
Die
Ideen zu den Texten stammen aus ganz unterschiedlichen Inspirationen.
Größtenteils ist es die Natur, wie z.B. in den Songs "Regen"
oder "Nebelwald". Manchmal sind es auch einfach nur Gefühle,
oder Erlebnisse die mich beeinflussen.
Thematisch versuche ich eigentlich immer Gefühle von Menschen und
die Wirkung der Natur zu verarbeiten. Was ich so gut wie nie aufgreife
sind religiöse oder politische Themen. Auch möchte ich mich
von "Suicide"-Texten distanzieren.
Viele
Musiker bekennen sich offensichtlich in ihrer Texten dazu, dass sie
Teile ihres Lebens bzw. ihrer Einstellung zu "leben" widerspiegeln.
Andere wiederum nehmen sich einfach diverser Klischeethemen der Black
Metal "Szene" (Satan, Religion,
) zur Hand. Wie sehr
könnt ihr euch mit den Texten identifizieren?
Unsere
Einstellung zum Leben hat wenig mit unseren Texten zu tun. Wir wohnen
ja nicht im Wald. Und wie schon gesagt haben auch Klischeethemen wie
Satanismus keinen Platz darin.
Es geht uns darum, dass die Texte auch zur Musik passen und anders herum.
Wir versuchen beides immer so gut es geht zu verknüpfen, dass wenn
man die Musik hört, sich auch in das Thema des Textes hineinversetzen
kann.
So
gut wie jeder hat musikalische Vorbilder, an denen er sich orientiert
bzw. sich inspirieren lässt. Welche Namen findet man hier bei euch?
Die
wichtigsten Namen sind hier: AUSTERE, BROCKEN MOON und STERBEND.
Ansonsten holen wir uns Inspiration von vielen anderen BM Bands und
eher weniger aus anderen Genres.
Ihr
spielt ja Black Metal, angereichert mit depressiven Einflüssen.
Man kann sagen, was man will aber das Zelebrieren dieser Musikrichtung
scheint in diesen Tagen ein neuer "Trend" zu sein. Wie denkt
ihr über all die Trittbrettfahrer, die sich in diesem "Genre"
einnisten, um schnell zu Ruhm und Popularität kommen zu wollen?
Im
Prinzip ist es uns egal ob eine Band bereits 10 Jahre in dem Genre tätig
ist oder sich eine Gruppe erst kürzlich zusammengefunden hat. Es
geht uns eher darum, ob die Musik, nach unserem Geschmack, gut oder
schlecht ist. Dem entsprechend ist uns ziemlich egal, ob "Trittbrettfahrer"
oder nicht.
Laut
meinen Infos spielten BALNASAR bisher zweimal live vor Publikum. Wie
war diese Erfahrung für euch? Gibt es derzeit schon Infos für
anstehende Konzerte?
Ursprünglich
sollte BALNASAR nie live umgesetzt werden. Nachdem wir aber mehrmals
darauf angesprochen wurden ließen wir uns doch überzeugen.
Mit zwei Musikern, die nur für die Auftritte dabei waren, konnten
wir dann unsere Songs live umsetzen.
Das unsere Musik eigentlich keine ist, bei der man ein tobendes Publikum
erwarten kann, war uns von Anfang an klar. Trotzdem versuchten wir eher
schnellere Stücke mit ins Set zu nehmen, damit es nicht ganz so
"eintönig" rüberkommt.
Negative Erfahrung haben wir bei keinem der beiden Gigs gemacht, die
Meinungen sind eigentlich durchweg recht positiv ausgefallen.
Auf der Suche nach neuen Konzerten sind wir nicht, trotzdem gibt es
einige Angebote wieder live zu spielen. Ob und welche wir davon wahrnehmen
wissen wir noch nicht genau.
Besucht
ihr privat auch gern Konzerte und Festivals oder seit ihr eher abgeneigt,
euch eure Lieblingskünstler auf der Bühne anzusehen?
Auf
jeden Fall versuchen wir viele Konzerte und Festivals zu besuchen, solange
das Geld und die Zeit dafür vorhanden sind.
Nun
sind wir auch schon am Ende unserer Unterhaltung angekommen. Zum Schluss
dürft ihr noch eure letzten Worte loswerden. Ich hingegen bedanke
mich jetzt schon für das informative Interview und wünsche
euch noch viel Erfolg für die Zukunft!
Wir
danken auch für das Interview, und danke an alle die uns unterstützen,
insbesondere: Begger, Christian und St. für ihren Live-Einsatz
sowie Azgul von Schwaerze Productions.
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