BALNASAR
geführt mit "Bavragor" und "Nosophoros" "
- Dienstag, 01.09.2008

http://www.balnasar.de

An diesem frühen Morgen darf ich recht herzlich "Bavragor" und "Nosophoros" von der deutschen Formation BALNASAR zu eurem ersten (aber bestimmt nicht letzten) Interview bei mir begrüßen. 2007 war euer Gründungsjahr, bitte stellt euch mal kurz unserer Lesergemeinde vor!
Moin. Wie du schon sagst haben wir uns 2007 dazu entschlossen BALNASAR als Nebenprojekt zu gründen. Seit der Trennung unserer "Hauptband" FINAL AGONY ist aus BALNASAR aber eine feste Formation geworden.

Gibt es dennoch Nebenprojekte, in denen ihr derzeit aktiv seid?

Wir beiden haben noch eine weitere Band namens RABENSTURM welche sich erst kürzlich zusammengefunden hat und inzwischen aus 5 Musikern besteht. Das ganze soll dem allgemeinen Black Metal etwas näher kommen, da wir nun auf Keyboards und dergleichen verzichten. Darüber hinaus hat "Nosophoros" noch ein paar Soloprojekte welche sich ebenfalls mit dem Black Metal beschäftigen, aber jeweils wieder andere Stilmittel verwenden.

Wie kam man auf die Idee, die Band auf den Namen BALNASAR zu taufen? Was waren die grundlegenden Dinge, die euch dazu bewegt haben, diesem Namen zu wählen?
BALNASAR hat keine grundlegende Bedeutung. Wir suchten einen Namen, bei dem man nicht gleich von der Bedeutung des Wortes auf die Musik schließt. Das Wort "Balnasar" entsprang dann unserer Fantasie und erfüllt eben nur den Zweck unseres Namens.

Kommen wir mal auf euer Debüt zu sprechen. Im Juni dieses Jahres kam euer erster Longplayer "Ein kalter Nachgedanke" über Schwaerze Productions auf den Markt. Wie seid ihr selbst mit dem ganzen Album zufrieden?
Wir sind beide sehr zufrieden mit dem Album und finden es gerade für ein Debüt sehr gelungen. Natürlich gibt es nach so einer Veröffentlichung immer ein paar Kleinigkeiten, wo man sich denkt, dass man es besser hätte machen können.
Dieses Problem wird so ziemlich jeder Musiker haben. Das vorwiegend positive Feedback, welches wir für das Album bekommen haben, zeigt uns aber, dass wir soweit alles richtig gemacht haben.

Legt ihr wert auf diverse Reviews von renommierten Magazinen oder ist euch gänzlich egal, was über euer Album geschrieben wird und nur ihr allein mit dem Endprodukt zufrieden sein könnt?
Natürlich ist es interessant zu hören, wie die eigene Musik bei anderen ankommt. Und es ist uns durchaus wichtig viele Meinungen zu hören, denn nur so kann man sich verbessern.
Wenn man ständig die eigene Musik bearbeitet, fehlt einem dann oft auch das Gehör um diverse Fehler rauszuhören, die jemand erkennt, der völlig unbelastet an die Musik heran geht.
Die Reviews zu unserem Album sind bisher auch absolut unterschiedlich ausgefallen. von 2/10 punkten bis 9/10 haben wir alles dabei.
Kritik lesen wir natürlich gerne, aber auch nur so lange diese rein musikalisch oder auf das Album bezogen ist. Anhören mussten wir uns auch schon, dass unser Album eine Frechheit sei und ob wir uns überhaupt Gedanken gemacht haben, was wir da eigentlich veröffentlichen.
Aber Musik ist bekanntlich Geschmackssache und man kann und vor allem will es auch nicht jedem recht machen.
Die Reviews zeigen uns woran wir arbeiten können, bzw. was schon ganz gut ist, aber in erster Linie muss es uns natürlich gefallen.

Schwaerze Productions ist ja noch auch ein sehr "junges" Label, um es mal so zu bezeichnen. Was sprach für euch, eurer Platte dort zu veröffentlichen und nicht bei irgendeinem anderen Label?
Die Zusammenarbeit mit dem Label ging von Robert, dem Chef von Schwaerze Productions, aus. Da ihm unsere Musik gefiel fragte er uns ganz unverbindlich, ob wir nicht etwas bei seinem gerade erst neu gegründeten Label veröffentlichen möchten. Da wir zu der Zeit sowieso mit dem Gedanken gespielt haben uns ein Label zu suchen und wir auch persönlich mit ihm zurechtkamen, war die Sache schnell geklärt.

Die Frage ist vielleicht ein wenig zu früh, aber wie sieht es jetzt bereits mit neuem Material aus? Gibt es vielleicht schon konkrete Infos oder sogar mehr?
In naher Zukunft ist eine Split mit der Band TOTENSANG geplant, auf der jede Band ca. 30min Spielzeit haben wird. Geplant ist die Veröffentlichung im kommenden Winter oder Frühjahr.
Das Material dafür ist bereits fast fertig, darum arbeiten wir schon an neuen Stücken für ein zweites Album. Das Konzept dazu steht eigentlich auch schon.
Ansonsten haben wir im Moment viele Ideen und Vorstellungen wie es weitergehen kann mit BALNASAR. An neuem Material wird es also erstmal nicht mangeln.

"Bavragor", du bist ja für die Lyrics von BALNASAR verantwortlich. Woher nimmst du deine Inspiration zum Schreiben der Texte?
Die Ideen zu den Texten stammen aus ganz unterschiedlichen Inspirationen. Größtenteils ist es die Natur, wie z.B. in den Songs "Regen" oder "Nebelwald". Manchmal sind es auch einfach nur Gefühle, oder Erlebnisse die mich beeinflussen.
Thematisch versuche ich eigentlich immer Gefühle von Menschen und die Wirkung der Natur zu verarbeiten. Was ich so gut wie nie aufgreife sind religiöse oder politische Themen. Auch möchte ich mich von "Suicide"-Texten distanzieren.

Viele Musiker bekennen sich offensichtlich in ihrer Texten dazu, dass sie Teile ihres Lebens bzw. ihrer Einstellung zu "leben" widerspiegeln. Andere wiederum nehmen sich einfach diverser Klischeethemen der Black Metal "Szene" (Satan, Religion,…) zur Hand. Wie sehr könnt ihr euch mit den Texten identifizieren?
Unsere Einstellung zum Leben hat wenig mit unseren Texten zu tun. Wir wohnen ja nicht im Wald. Und wie schon gesagt haben auch Klischeethemen wie Satanismus keinen Platz darin.
Es geht uns darum, dass die Texte auch zur Musik passen und anders herum. Wir versuchen beides immer so gut es geht zu verknüpfen, dass wenn man die Musik hört, sich auch in das Thema des Textes hineinversetzen kann.

So gut wie jeder hat musikalische Vorbilder, an denen er sich orientiert bzw. sich inspirieren lässt. Welche Namen findet man hier bei euch?
Die wichtigsten Namen sind hier: AUSTERE, BROCKEN MOON und STERBEND.
Ansonsten holen wir uns Inspiration von vielen anderen BM Bands und eher weniger aus anderen Genres.

Ihr spielt ja Black Metal, angereichert mit depressiven Einflüssen. Man kann sagen, was man will aber das Zelebrieren dieser Musikrichtung scheint in diesen Tagen ein neuer "Trend" zu sein. Wie denkt ihr über all die Trittbrettfahrer, die sich in diesem "Genre" einnisten, um schnell zu Ruhm und Popularität kommen zu wollen?
Im Prinzip ist es uns egal ob eine Band bereits 10 Jahre in dem Genre tätig ist oder sich eine Gruppe erst kürzlich zusammengefunden hat. Es geht uns eher darum, ob die Musik, nach unserem Geschmack, gut oder schlecht ist. Dem entsprechend ist uns ziemlich egal, ob "Trittbrettfahrer" oder nicht.

Laut meinen Infos spielten BALNASAR bisher zweimal live vor Publikum. Wie war diese Erfahrung für euch? Gibt es derzeit schon Infos für anstehende Konzerte?
Ursprünglich sollte BALNASAR nie live umgesetzt werden. Nachdem wir aber mehrmals darauf angesprochen wurden ließen wir uns doch überzeugen. Mit zwei Musikern, die nur für die Auftritte dabei waren, konnten wir dann unsere Songs live umsetzen.
Das unsere Musik eigentlich keine ist, bei der man ein tobendes Publikum erwarten kann, war uns von Anfang an klar. Trotzdem versuchten wir eher schnellere Stücke mit ins Set zu nehmen, damit es nicht ganz so "eintönig" rüberkommt.
Negative Erfahrung haben wir bei keinem der beiden Gigs gemacht, die Meinungen sind eigentlich durchweg recht positiv ausgefallen.
Auf der Suche nach neuen Konzerten sind wir nicht, trotzdem gibt es einige Angebote wieder live zu spielen. Ob und welche wir davon wahrnehmen wissen wir noch nicht genau.

Besucht ihr privat auch gern Konzerte und Festivals oder seit ihr eher abgeneigt, euch eure Lieblingskünstler auf der Bühne anzusehen?
Auf jeden Fall versuchen wir viele Konzerte und Festivals zu besuchen, solange das Geld und die Zeit dafür vorhanden sind.

Nun sind wir auch schon am Ende unserer Unterhaltung angekommen. Zum Schluss dürft ihr noch eure letzten Worte loswerden. Ich hingegen bedanke mich jetzt schon für das informative Interview und wünsche euch noch viel Erfolg für die Zukunft!
Wir danken auch für das Interview, und danke an alle die uns unterstützen, insbesondere: Begger, Christian und St. für ihren Live-Einsatz sowie Azgul von Schwaerze Productions.